NAHE DER MITTE DES AUGES



Vor Wochen fingen die Menschen an, ihre unreinen Gedanken auf einen Haufen am Rand des Waldes abzulegen. Dort häuften sie sich wie alte, dunkle Reifen, einer wie der andere Gedanke, nutzlos und brüchig. Nachts, wenn in den Gassen nur noch vereinzelte Lichter brannten, lief ich durch die Schatten hin zum Wald. Dort fuhr ich den Gedanken nach, zog ihre Grenzen mit meinem Finger nach, nur beleuchtet vom Schein einer Glühbirne hinter einem Fenster im dritten Stock eines Hofs. Bald begann das Misstrauen. Doch da hatte ich meinen Kiefer längst ausgerenkt, mich in einen Schlund verwandelt, der sich nach Erstickung sehnte und doch alles verschlang, schluckend und würgend bis in die Ewigkeit.

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© GESCHICHTEN AUS ZWEI STÄDTEN