SCHRITT UND TRITT



Der Film (und somit unser Abend) neigte sich dem Ende zu, als der Spion von der Leinwand stieg. Im Autokino schien sonst niemand in der Dämmerung zu bemerken, dass sich die Figur dort vorne ablöste, auf einmal die gleiche Luft atmete wie wir, ein Mensch aus Fleisch und Blut, nur eben knapp zehn Meter groß, aber eindeutig da und dort und vorhanden. Dabei standen wir in einer der hinteren Reihe. Vorne musste einfach jemand etwas gesehen haben. Wir blieben im Auto sitzen, war ja abgeschlossen (wie naiv waren wir, dass wir ernsthaft glaubten, dass würde noch einen Unterschied machen) und starrten dorthin, wo sich der Spion auf einmal bewegte, das Orchester röhrte aus unserem alten Radio. Im Auto neben uns schob sich ein Pärchen das Popcorn in die tauben Mäuler und schien gar nicht zu sehen, was wir da sahen. Wie sich der Schuh beim ersten Schritt des Spions auf mehrere Wagen in der ersten Reihe senkte, wie das Blech sich verbog und ohrenbetäubend jammerte unter dem Lackschuh, wie die Autos aufplatzten wie reife Früchte. Und dann fing die Action an.

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