SCHWARZER FLECK AM NACHTHIMMEL



Du müder Kentaur

Umringt von fünf Ziegenbeinen

Die Dich wie eine haarige Sonne aussehen lassen

Nass klebt Dein Atem an den Nüstern

Hart der Dreck an Deinen Hufen

Verfilzt die Klumpen in Deinem Fell

Steigst Du hinauf in den Nachthimmel

Ein Bein setzt Du auf den Mond

Der dieser Welt am nächsten ist

Es folgt der Schritt auf den Mars

Und kaum merke ich Deine Flucht

Hast Du auf den Merkur aufgesetzt

In abgestandener Nachtluft

Blicke ich Dir hinterher

Um mich herum das Raunen der Tannen

Das kalte Flammen des Waldes

Und ehe ich es mich versehe

Hast Du Deinen Platz gefunden

Und leuchtest als dunkelster Stern

Auf diese ewig verwesende Welt

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© GESCHICHTEN AUS ZWEI STÄDTEN