LICHTSPIEL

Aktualisiert: Juni 29



Während Du durch die Straßen gehst, stößt sich Dein Schatten an den Ecken und Wänden, an den Schatten der anderen Leben, und Du merkst es nicht, Du schleifst ihn hinter Dir her, wie eine verbrauchte Decke, die Du längst über hast, die Du nicht mehr kennst, die einfach da ist. Manchmal hebt er einen Arm oder nickt mit dem Kopf, um Dir ein Zeichen zu geben, aber Du bemerkst ich gar nicht, und während die Sonne untergeht, wird er länger und länger, bleibt ein merkwürdiger Strich, dann die Nacht und er löst sich auf, verschwindet in dem endlosen Dunkel, das nur noch das Licht der Straßenlaternen hier und da verscheuchen kann. Du gehst noch immer, denn da ist kein Zuhause, sondern nur der Weg. Du drehst Dich um und siehst keinen Schatten. Für einen kurzen Moment fröstelt es Dich.

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© GESCHICHTEN AUS ZWEI STÄDTEN