UNENDLICHKEIT



Jeden Tag gehe ich an der Tür vorbei, jeden Tag höre ich die Aufforderung. Seit zwei Monaten steht die Wohnung leer. Niemand zog bisher wieder ein. Keine Besichtigungen. In der ganzen Zeit. Das ist doch merkwürdig, oder? Und ständig dieser Satz, dieser eine Satz: Schau Dir doch den Himmel an. Er dringt gedämpft durch das Holz, durch diese verdammte Tür. Vor einigen Tagen schlug ich gegen sie, als ich den Satz wieder hörte. Hat ihm hoffentlich einen Schreck eingejagt, diesem Penner, der dort sitzt. Ich schaute jedes Mal in den Himmel. Und ich sah jedes Mal nur die Vögel und das Blau und die Wolken. Was soll das? Ich strecke meinen Hals und will sehen. Aber was ist, bitte? Was ist da schon?

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© GESCHICHTEN AUS ZWEI STÄDTEN