VON DEN KLÜGSTEN DICHTERN



Worte verschwinden immer. Lassen sich verschlucken von der Dunkelheit. Tauchen unter. Wie groß die Bemühungen sind, sie auch zu erhalten. Tiere verstehen das. Weswegen sie gar nicht reden. Der Mensch versteht es nicht und die Dichter noch viel weniger. Darum sind die klügsten Dichter (und von ihnen gibt es vielleicht nur eine Handvoll) jene Künstler, die ihre Sprache blühen lassen, die ihre Worte zur vollkommenen Schönheit bringen, in dem Wissen, dass sie bald verblühen, der Wind die Worte wie Blütenblätter hinfort trägt, bis die letzte Böe das Interesse verliert und sie im Rinnstein der kalten Straßen liegenlässt.

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