WERBEBLAUE TRÄUME

Aktualisiert: Juli 27



Munk öffnete den Sonnenschirm und für einen Moment hatte er wieder eine Zukunft vor Augen, einen Traum von einem werbeblauen Himmel, in dem die Menschen immer lachten, die Sonne angenehm schien und es überhaupt kein Problem gab, das sich nicht lösen ließe. Er stand dort, hielt die Stange des Schirms in den Händen und schaute in sein Inneres, während in der Ferne ein Vogel rief und ein Radio sang. Und in diesem kleinen Moment, da bemitleidete sich Munk selbst und er schämte sich, hätte er doch nur zu gerne den Schritt gewusst, wie er in diesen Traum gehen könnte, den sich eine mittelalte Frau einst in einer mittelguten Werbeagentur in einer mittelspannenden Stadt ausgedacht hatte, die in diesen Minuten auf dem Dach eines dreizehnstöckigen Hauses wenige Straßen entfernt stand und genau den Schritt kannte, wie sie aus diesem Traum endlich ausbrechen würde.

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