WIE EIN ALTER SONG IN EINEM NOCH ÄLTEREN RADIO



Du sagst, Du liebst mich, das lasse ich so stehen, erwidere nichts. Was sollte ich auch sagen, an diesem wunderschönen Tag? Die Sonne scheint über uns und wir stehen in diesem Feld, das wir von der Landstraße gesehen hatten. Was Dich daran anzog, wusstest Du nicht. Wie so oft ging ich einfach mit Dir. Welche Wahl hatte ich überhaupt? Ich hätte sonst noch im Auto bleiben können, bei offener Tür, die Füße auf den Asphalt gestellt, denn um diese Uhrzeit passierte auf der Straße nichts. Also nahmst Du meine Hand und wir verschwanden in diesem Grün. Doch die Hitze machte mich misstrauisch. Die Vögel zwitscherten wie in einem alten Song aus einem noch älteren Radio und vielleicht brach mir das Herz in diesem Moment, als ich spürte, dass wir nicht mehr waren als Staub und Geröll in einem gigantischen Raum, stets dazu verdammt, stets neue Formen zu finden, sich zu binden und wieder zu lösen, aber unfähig für wahre und echte Freiheit. Seit diesem Tag habe ich Dir nichts mehr zu sagen, verstehst Du? Es ist mir nicht egal, aber es gibt einfach keinen Grund mehr.

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