ZWISCHEN DEN STÜHLEN



Wir stritten uns nahe der Haltestelle. Der Bus kam nicht. Wir warteten. Und uns fiel nicht mehr ein. So kam es zu dem Streit. Wir sahen niemanden. Nur zwei Raben bei den drei Stühlen. Das Café war verlassen. Zu dieser Stunde plaudern sie nicht. Der Beton stank. Ich hasste Dich und Du wahrscheinlich mich. Du drehtest Dich um und gingst los. Ich blieb stehen. Schaute woanders hin. Dann wieder zu Dir. Doch Du warst weg. Bei den Stühlen saßen jetzt drei Raben. Eine Weile wartete ich. Ich schwieg. Mehr konnte ich Dir nicht geben. Dann ging ich hinüber zu den Stühlen. Ich nahm Anlauf und trat zu. Ich erwischte den Raben. Er machte kein Geräusch. Er flog getroffen durch die Luft und landete auf dem warmen Beton. Seine Flügel in einem falschen Winkel. Ich schaute mich um. Niemand sah mich. Die Sonne spiegelte sich in den Hochhäusern. Ich nahm den toten Raben mit nach Hause und legte ihn auf mein Bett, wo er lange lag. Maden und Fliegen rührten an ihm. Die Hitze drückte die Luft die letzten Wochen in meine Wohnung. Du rufst nicht an.

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© GESCHICHTEN AUS ZWEI STÄDTEN