DIE DUNKELHEIT GEBIERT KEINE KINDER



Sie setzte sich hin und hörte der Musik zu, lauschte auf den Takt des Beat, auf den Rhythmus, der sich vor einem Glockenspiel versteckte, Bruchstücke einer Melodie in sich aufnehmend, und dann schloss sie die Augen ließ sich treiben, tief in die Nacht und auf die Wege der Stadt, dorthin, wo kein Licht mehr schien, wo nur der Teufel wartete, doch dann griff die Geige ein, zog an einem quietschenden Ton, bis ein Klavier von den apokalyptischen Reitern sang und sie vor dem schwarzen Loch in der Wand stand und wartete, ob sich etwas täte, und dann setzte das Schlagzeug ein, ein Donnern, das alles so zerbrechlich erscheinen ließ, und sie fragte sich, was sie nur mehr fürchtete: Wenn in diesem Loch ein Incubus wohnte, der sie mit einem Albtraum belasten würde, oder wenn darin, in dieser Dunkelheit einfach nichts auf sie warten würde? Dann ein letztes Mal die Trompeten und die Saxophone und die Stille, immer wieder die Stille.

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© GESCHICHTEN AUS ZWEI STÄDTEN